Lowepro Powder 500 AW - Test bzw. meine persönliche Meinung

Rucksacktest
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Mit dem Powder BP 500 AW ¹ hat Lowepro einen 55 Liter Outdoor Rucksack im Programm, welcher laut Hersteller perfekt für Ski- und Klettertouren geeignet ist. Der Rucksack ist in Grau/Orange und Hell-/Dunkelblau erhältlich, mir persönlich gefällt die Grau/Orange Farbkombination um einiges besser und daher habe ich mich beim Kauf für diese entschieden.

Wenn man den Rucksack das erste Mal in Händen hält, dann stechen gleich die vielen Schlaufen und Steckschnallen an der Außenseite des Rucksackes ins Auge. Diese machen aufgrund der Tatsache das sie für Ski- und Kletterausrüstung gedacht sind auch einen sehr robusten und hochwertigen Eindruck. Um einen möglichen Materialverlust zu verhindern, können diese „Material“ Steckschnallen nur im geöffneten Zustand verstellt werden, Hüftgurt und höhenverstellbarer Deckel sind hingegen mit normalen Steckschnallen bestückt und können wie von anderen Rucksäcken gewohnt im geschlossenen Zustand verstellt werden.

Einen negativen Eindruck hat bei mir aber die Position der Befestigungsmöglichkeit für Stativ und Trinkbeutelfach hinterlassen, diese befinden sich jeweils seitlich am Rucksack und dies kann daher zu einer einseitigen Gewichtsverlagerung des Rucksackes führen. Zum Vorschein kommt dieses Problem, wenn der Trinkbeutel leer ist und auf der anderen Seite ein Stativ befestigt ist bzw. wenn der Trinkbeutel voll ist und kein Stativ befestigt ist.

Betrachtet man die Rückseite des Rucksackes, sticht gleich ins Auge, dass diese nicht so Atmungsaktiv ist wie z.B. die ein Deuter Rucksackes, dafür bietet sie aber eine Zugriffsmöglichkeit, welche nach dem Öffnen Zugriff auf das Fotofach ermöglicht. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass man auf alle Fächer des Rucksackes Zugriff hat ohne das man diesen auf der Rückseite ablegen muss und dadurch z.B. bei Ablage in einer feuchten Wiese danach nicht die Feuchteseite am Rücken hat. Sollte man mit dem Rucksack mal in Menschenmassen unterwegs sein, schützt der Rückenzugriff auch Gleichzeitig die Fotoausrüstung vor Taschendieben.

Kommen wir nun zum Inneren des Rucksacks, hier sticht erst mal das Hauptfach ins Auge welches in zwei ca. gleich große Teile geteilt ist, ein Teil für die Fotoausrüstung und der andere Teil soll als Daypack dienen. Im Daypack Fach ist genug Platz für Wechselkleidung, Regenausrüstung, Erste Hilfe Set und Verpflegung um ein oder mehrere Tage damit wandern gehen zu können. Sollte jemand gerne ein Notebook zum Wandern mitnehmen, wäre im Hauptfach eine Unterteilung für ein bis zu 15 Zoll großes Notebook ¹ vorhanden, in welchem alternativ auch eine Regenjacke oder andere Gegenstände verstaut werden können. Die Position des Notebookfaches ist meiner Meinung nach nicht unbedingt perfekt gewählt, da sie sich auf der zum Rücken abgewandten Seite befindet und nur eine nicht gepolsterte Außentasche davor ist. Sollte man in der Außentasche nicht viel Ausrüstung verstaut haben, ist bei einem Sturz auf den Rücken oder beim Ablegen des Rucksacks das Notebook der erste Gegenstand welcher Kontakt mit dem Boden hat. Meiner Meinung nach ist es aber leider auch nicht möglich, bei diesem Rucksack-Design dem Notebookfach eine andere Position zu geben.

Das Daypack Fach bietet z.B. Platz für:

  • ersatz Wanderhose
  • Schlafsack
  • Kurzehose
  • Softshelljacke
  • Handtuch
  • 2 x Paar Wandersocken
  • langes Multifunktionsshirt
  • kurzes T-Shirt
  • kurzes Multifunktionsshirt
  • Jause

Benötigt man einmal ein größeres Daypack Fach ist dies kein Problem, man muss nur vier Verbindungen lösen und kann danach das Foto-Inlay aus dem Rucksack entfernen. Entscheiden muss man danach nur noch, ob man die mit Klett befestigte Unterteilung der zwei Fächer lässt oder ein großes Fach vorzieht. Aufgrund der Tatsache, dass durch die Teilung der beiden Fächer mehr Ordnung im Rucksack herrscht, wird bei mir meistens nur das Foto Inlay entfernt, die Unterteilung jedoch aufrecht erhalten.

Nach entfernen des Foto Inlay bietet das Fach wie am Bild zu sehen Platz für:

Nun kommen wir zum wohl wichtigsten bei einem Fotorucksack, nämlich dem Foto Inlay. Dieses macht einen sehr robusten und widerstandsfähigen Eindruck und kann mit den klettbaren Inneneinteilungen komplett an die eigenen Wünsche angepasst werden. Mit zwei orangen Inneneinteilungen welche über ein kleines mit Klettverschluss verschließbares Fach verfügen, bietet Lowepro eine sehr innovative Lösung für den ganzen Kleinkram der in einem Fotorucksack so anfällt, diese zwei Fächer bieten z.B. Platz für Akkus ¹, Adapterringe ¹ oder SD-Karten ¹. Sollte man das Inlay samt Fotoausrüstung aus dem Rucksack herausnehmen, kann dieses einfach verschlossen werden und somit wird ein Herausfallen der Ausrüstung beim Herausnehmen verhindert. Das Verschließen des Foto Inlay sollte auch in anspruch genommen werden, wenn sich relativ viel Kleinzeug darin befindet, da durch die Gehbewegungen die zwei Reißverschlüsse am Rücken des Fotofaches leicht geöffnet werden können. Alternativ kann man auch ein "Kleinzeugfach" mit den klettbaren Inneneinteilungen anlegen und damit auch verschließen, dadurch kann das Kleinzeug im Rucksack nicht herumfliegen und man hat auch gleich mehr Ordnung im darin.

Wie auf den nachstehenden Bildern zusehen, bietet das Foto-Inlay Platz für:

Neben dem Hauptfach bietet der Rucksack genug kleinere und größere Fächer, wo Wanderstöcke, Toilettenartikel, Sonnencreme, Zahnbürste, Powerbank, Batterien, Stirnlampe und noch vieles mehr untergebracht werden kann. Im Lieferumfang enthalten ist übrigens auch ein Regenschutz welcher sich an der Unterseite des Rucksackes in einem eigenen Fach befindet. Dieser wird aber nur bei wirklich starkem Regen benötigt, da das Material des Rucksackes leichtem Niederschlag ohne Probleme standhält.

Fazit

Da ich bis jetzt keine Ski- und Klettertouren gemacht habe, kann ich leider nicht beurteilen, ob der Hersteller sein Versprechen hält und der Rucksack dafür perfekt geeignet ist. Bei mir war er bis jetzt hauptsächlich bei Ein- und Mehrtages Wanderungen im Einsatz, aber aufgrund der robusten Bauweise des Foto Inlays und des daraus resultierenden großen Platzbedarfes, war ich bei Mehrtages Touren immer ohne diesem unterwegs. Meine Fotoausrüstung die bei Mehrtages Touren sowieso weniger ist, habe ich dann immer in kleine Taschen gepackt und mit der im Rucksack befindliche Kleidung gepolstert. Dadurch ist das Packmaß der Fotoausrüstung etwas minimiert und der Rucksack nicht so Kopflastig beladen. Wegen der oben beschriebenen Positionierung des Trinkbeutelfaches und der Stativ-Befestigung war ich bis jetzt immer mit zwei Trinkflaschen und ohne Trinkbeutel unterwegs, dass Stativ habe ich dann immer auf der Vorderseite des Rucksackes befestigt. Alles in allem macht der Powder einen sehr robusten und gut verarbeiteten Eindruck, die schlechte Anordnung des Trinkbeutelfaches und der Platz für das Stativ können Aufgrund der vielen anderen Befestigungsmöglichkeiten ausgeglichen werden und sind daher kein großer Nachteil. Die Position des Notebookfaches ist mir auch relativ egal, da ich zum Wandern eigentlich nie ein Notebook mitnehme.

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