Meine Top 8 Fotospots in Hamburg

Als ich den Wetterbericht für die Woche sah, war ich zum ersten Mal vor einer Fotoreise nicht komplett am Boden zerstört. Denn ich hatte die große Hoffnung, dass sich meine Einschätzung aus der Vorbereitung bewahrheiten würde und in Hamburg der Sonnenauf- und Sonnenuntergang nicht ganz so entscheidend für gute Fotos ist, dafür aber die blaue Stunde eine umso größere Rolle spielt. Außerdem hoffte ich auf coole Spiegelungen in Regenpfützen. Ersteres traf zumindest teilweise zu. Grundsätzlich lässt sich in Hamburg zur blauen Stunde sehr schön fotografieren, allerdings muss ich sagen, manche Spots hätten mit einem dramatischen Abendrot am Himmel noch mehr Wirkung gehabt. Nachfolgend meine persönlichen Empfehlungen für lohnenswerte Fotospots in Hamburg.
Ein Hinweis noch: Alle Angaben zu den verwendeten Brennweiten beziehen sich auf meine APS-C-Kamera ¹ und sind die tatsächlichen Brennweiten – es wurde nichts auf Vollformat umgerechnet.
1. Elbphilharmonie
Die Elbphilharmonie, die auf dem Fundament des alten Kaiserspeichers errichtet wurde, entstand mit dem Ziel, ein neues Wahrzeichen für die Stadt Hamburg zu schaffen. Beim Bau wurde auf dem Dach des ehemaligen Speichers eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform, die sogenannte „Plaza“, eingerichtet. Diese kann kostenlos besucht werden. Zwar besteht die Möglichkeit, im Internet ein Ticket für 3 Euro zu erwerben, um sich einen festen Einlasszeitpunkt zu sichern und mögliche Wartezeiten zu vermeiden - bei meinem Besuch war die Warteschlange jedoch nie besonders lang. Aus Unwissenheit hatte ich mir im Voraus ein solches Online-Ticket gekauft, war jedoch zu früh vor Ort, sodass das Ticket nicht gültig war. Daher holte ich mir vor Ort ein kostenloses Plaza-Ticket, auf das ich nur etwa zwei Minuten warten musste.
Von der Plaza aus hat man einen wunderschönen Ausblick über Hamburg. Da das Verwenden eines Stativs erlaubt ist - sofern man damit keine anderen Besucher stört - ist es problemlos möglich, mit langen Belichtungszeiten zu fotografieren.
An diesem Spot kann man praktisch alle möglichen Brennweiten einsetzen: Mit dem Weitwinkel ¹ lässt sich die gesamte Stadt festhalten, während sich mit dem Teleobjektiv - in meinem Fall eine 100 mm-Festbrennweite ¹ - einzelne Gebäude oder Details gezielt fotografieren lassen.
2. Überseebrücke
Die Überseebrücke wurde einst von großen Kreuzfahrtschiffen genutzt, die von hier zu Reisen in ferne Überseehäfen aufbrachen, heute ist sie ein beliebter Aussichtspunkt und Fotospot im Hamburger Hafen. Nach dem Fotografieren vom Plaza der Elbphilharmonie oder auch nach einem Besuch des Stintfangs bietet sich ein Abstecher zur nahegelegenen Überseebrücke an. Von hier lassen sich sowohl die Elbphilharmonie als auch das historische Feuerschiff LV 13 hervorragend ablichten. Da der gesamte Steg überdacht ist, kann man selbst bei Regen trockenen Fußes fotografieren und den Blick auf Hafen und Architektur genießen. Auch für Langzeitbelichtungen ist der Ort ideal, denn das Aufstellen eines Stativs ist hier in der Regel problemlos möglich. Während meines Hamburg-Aufenthaltes war ich zweimal dort, einmal nach der Elbphilharmonie und einmal nach dem Stintfang.
An diesem Spot habe ich ausschließlich mit meinem Standardzoom Objektiv ¹ an meiner APS-C-Kamera ¹ gearbeitet.
3. Aussichtspunkt am Stage Theater
Vom Stage Theater aus hat man eine wunderbare Aussicht auf Hamburg und vor allem auf die Elbphilharmonie. Da ich während meines Aufenthaltes in Hamburg das Musical König der Löwen besuchte, jedoch auch von dem nahegelegenen Fotospot fotografieren wollte, nutzte ich sowohl die Pause als auch die Zeit nach der Vorstellung zum Fotografieren. Besonders Glück hatte ich, da die Pause genau in die Zeit des Sonnenuntergangs fiel und dadurch – wetterbedingt – perfekte Lichtverhältnisse herrschten. Dieses Zusammenspiel aus Theaterbesuch und Fotomöglichkeit war wirklich ideal. Allerdings ist das natürlich stark von Jahreszeit und Vorstellungszeit abhängig. Je nach Beginn und Dauer der Vorstellung kann es sein, dass man den Sonnenuntergang verpasst oder die besten Lichtverhältnisse nicht erwischt. Falls man das Musical nicht besucht, lässt sich der Zeitpunkt perfekt planen. Bei einem Musical Besuch muss man hingegen etwas Glück mit der Pausenzeit haben.
An diesem Spot habe ich ausschließlich mit meinem Standardzoom Objektiv ¹ an meiner APS-C-Kamera ¹ gearbeitet. Man kann hier aber sicher auch sehr gut mit Weitwinkel- ¹ oder Teleobjektiv - in meinem Fall eine 100 mm-Festbrennweite ¹ - arbeiten. Ich hatte jedoch aufgrund des Theaterbesuchs nur die R7 ¹ mit dem 18-35mm ¹ im Rucksack dabei, da ich ins Theater nur einen kleinen Rucksack mitnehmen wollte.
4. Waltershofer Damm
Wenn die Zeit knapp ist, würde ich diesen Spot eher auslassen. Es ist zwar durchaus imposant die riesigen Containerschiffe und die mächtigen Hafenkräne zu bestaunen, allerdings dauert die Anreise vom Herzen Hamburgs aus gut eine Stunde. Bei meinem Besuch hatte ich zudem nicht gerade Glück mit dem Wetter - der Sonnenuntergang fiel aus, und Regen sowie starker Wind machten das Fotografieren nicht gerade angenehmer. Schließlich haben wir den Versuch sogar abgebrochen, da die Bedingungen einfach zu ungemütlich wurden.
Wichtig zu beachten: Der Spot wirkt nur dann richtig, wenn sich auch Schiffe im Hafenbecken befinden. Ohne die Containerriesen wirkt die Szenerie schnell recht unspektakulär. Das lässt sich jedoch ganz einfach vorher mit MarineTraffic prüfen. Für das Terminal Burchardkai gibt es zudem auf der HHLA-Website aktuelle Informationen zu den ankommenden und ablegenden Schiffen – sehr praktisch für die Planung. Für das zweite von hier sichtbare Terminal Eurokombi habe ich solche Informationen im Internet allerdings nicht gefunden.
An diesem Spot kann man praktisch alle möglichen Brennweiten einsetzen: Mit dem Weitwinkel ¹ lässt sich die gesamte Hafenbecken festhalten, während sich mit dem Teleobjektiv - in meinem Fall eine 100 mm-Festbrennweite ¹ - einzelne Schiffe, Container, Kräne oder Details gezielt fotografieren lassen.
5. Stintfang
Der Stintfang ist einer der bekanntesten Aussichtspunkte in Hamburg und liegt direkt oberhalb der Landungsbrücken, gleich neben einer Jugendherberge. Von hier aus hat man gleich zwei fantastische Blickrichtungen: Auf der einen Seite lassen sich die Landungsbrücken mit den Hafenkränen im Hintergrund hervorragend fotografieren, auf der anderen Seite bietet sich ein toller Blick auf die Elbphilharmonie. Besonders spannend fand ich es, auf dieser Seite zu warten, bis eine U-Bahn vorbeifuhr, um sie mit ins Bild einzubauen. Gerade hier würde sich auch eine Langzeitbelichtung anbieten, um die Bewegung der Bahn mit Lichtstreifen festzuhalten - ich selbst habe darauf allerdings verzichtet, da mir an diesem Abend schlicht die Geduld dazu fehlte.
Ich war an einem Samstag zum Sonnenuntergang dort, und wie zu erwarten war der Platz sehr gut besucht. Viele junge Menschen genossen bei einem Bier den Wochenendstart, was zwar zur Stimmung beitrug, das Fotografieren aber teilweise etwas erschwerte, da nicht viele Plätze frei waren. Wer es ruhiger mag, sollte wahrscheinlich eher unter der Woche vorbeischauen. Durch die Nähe zur Jugendherberge ist es allerdings auch dann möglich, dass zum Sonnenuntergang vermehrt junge Leute in Feierlaune dort anzutreffen sind.
Auch an diesem Spot kann man praktisch alle möglichen Brennweiten einsetzen. Mir persönlich war ein Weitwinkel hier jedoch schon fast zu viel, sodass ich hauptsächlich mit meinem Standardzoom Objektiv ¹ und einem 50 mm-Objektiv ¹ fotografiert habe.
6. Speicherstadt
Die Speicherstadt gehört wohl zu den fotogensten Orten in Hamburg und bietet gerade am Abend unzählige Motive. Ich war hier an einem Abend unterwegs und habe dabei zwischen drei Spots hin- und hergewechselt - teilweise sogar im Laufschritt, um das letzte Licht nicht zu verpassen.
Gestartet bin ich an der Poggenmühlenbrücke, von der aus man den wohl bekanntesten Blick auf das Wasserschloss hat. Dieser Spot ist zwar kein Geheimtipp, aber definitiv ein Muss - besonders schön während der blauen Stunde, wenn die Lichter angehen und sich im Wasser spiegeln.
Anschließend bin ich über den Wandrahmsteg gelaufen und den Zollkanal entlang spaziert. Von dort aus habe ich das Zollmuseum mit der Elbphilharmonie im Hintergrund fotografiert.
Zum Abschluss bin ich noch auf die Kornhausbrücke gegangen. Von hier bietet sich ein großartiger Blick auf die Elbphilharmonie zusammen mit der Jungfernbrücke und den Backsteinfassaden der Speicherstadt. Gerade am Abend, wenn die Beleuchtung einsetzt, ergibt das ein sehr stimmungsvolles Motiv.
Da ich in der Speicherstadt an drei verschiedenen Spots fotografiert habe, waren auch wieder unterschiedliche Brennweiten im Einsatz. Verwendet habe ich hier mein Standardzoom ¹, ein 50mm ¹ sowie mein 100mm Objektiv ¹.
7. Alsterakaden
Die Alsterarkaden sind ein kleiner, aber feiner Spot zum Fotografieren in der Hamburger Innenstadt. Besonders am Abend, nach dem Sonnenuntergang lohnt sich ein Abstecher hierher. Zur blauen Stunde spiegeln sich die Lichter der Arkaden im Wasser und erzeugen eine sehr stimmungsvolle Atmosphäre.
Ich habe die Alsterarkaden genau zu dieser Zeit fotografiert und fand die Szenerie mit dem Rathaus, das sich im Wasser spiegelte und den Arkaden am Bildrand besonders schön.
Da ich an diesem Spot immer von derselben Stelle aus fotografiert habe, kamen ausschließlich meine Weitwinkelobjektive zum Einsatz. Angefangen habe ich mit meinem Ultraweitwinkel, bin dann aber auf mein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv gewechselt, da ich eine kürzere Verschlusszeit testen wollte. Natürlich kann man wie überall auch mit einem Teleobjektiv spannende Details festhalten, ich habe dies jedoch nicht gemacht.
8. DSK Holding GmbH
Ein eher ungewöhnlicher Fotospot ist das Bürogebäude der DSK Holding GmbH. Der Zugang ist frei möglich, allerdings sollten unbedingt die Öffnungszeiten beachtet werden. Von den großen Fenstern aus bietet sich ein spannender Blick auf das Containerterminal Tollerort, das sich hervorragend zum Fotografieren eignet.
Ich war bei trockenem Wetter dort, stelle mir den Spot aber auch bei Regen sehr interessant vor - besonders dann, wenn sich Wassertropfen an den Scheiben sammeln und zusätzliche Strukturen ins Bild bringen.
An diesem Spot hätte ich eigentlich alles mit meinem Weitwinkelobjektiv ¹ festhalten können. Da ich jedoch zunächst mit meinem Ultraweitwinkel ¹ gestartet bin und mir anschließend ein paar Millimeter mehr Brennweite wünschte, griff ich zu meinem 18–35 mm. Letztlich blieb ich dort allerdings bei 18 mm, was mein Weitwinkelobjektiv ¹ ebenfalls problemlos abgedeckt hätte.
Hamburg bei Tag
Neben den abendlichen Fotospots gibt es in Hamburg natürlich auch tagsüber viel zu entdecken. Wer sich für Geschichte und Technik interessiert, kann den ehemaligen Flakbunker oder das U-Boot U-434 besichtigen. Ein absolutes Highlight für viele ist das Miniaturwunderland, das mit seinen detailreichen Nachbauten immer wieder beeindruckt.
Auch auf dem Wasser lässt sich Hamburg bestens erkunden, bei einer klassischen Hafenrundfahrt oder mit dem Hafenbus erlebt man die Dimensionen des Hafens hautnah. Wer es ruhiger mag, kann bei einer Alsterrundfahrt die Stadt von ihrer grünen Seite aus genießen.
Der Flakbunker und der Michel (St. Michaelis Kirche) bieten eine interessante Aussicht über Hamburg. Besonders spannend werden diese Spots zum Fotografieren, wenn der Sonnenuntergang innerhalb der Öffnungszeiten liegt.
Als entspannter Kontrast zu Hafen und Innenstadt bietet sich außerdem ein Besuch im Park Planten un Blomen an, der mit seinen Gärten und Wasseranlagen vor allem im Sommer ein schönes Ziel ist.
Fazit:
Hamburg hat sich für mich als eine wirklich beeindruckende Stadt erwiesen, die fotografisch unglaublich viel zu bieten hat. Die Vielzahl an spannenden Spots, von der Speicherstadt über die Elbphilharmonie bis hin zu Aussichtspunkten wie dem Stintfang oder der Plaza der Elbphilharmonie, macht es leicht, immer wieder neue Motive zu entdecken. Besonders angenehm fand ich, dass viele dieser Orte sehr „gutmütig“ sind. Anders als an manch anderen Reisezielen ist man in Hamburg nicht zwingend auf einen spektakulären Sonnenuntergang angewiesen, um stimmungsvolle Bilder zu bekommen. Die Lichter der Stadt, die Spiegelungen im Wasser und die besondere Atmosphäre der blauen Stunde sorgen schon von selbst für großartige Fotos.
Natürlich ist es ein zusätzliches Highlight, wenn sich der Himmel dann noch in kräftigen Rot- und Orangetönen färbt, aber nötig ist es nicht. Genau das macht Hamburg für mich zu einem der besten Ziele für Stadtfotografie. Abwechslungsreich, vielfältig und zu fast jeder Tages- und Jahreszeit lohnenswert.
Das war in Hamburg in meinem Fotorucksack:
- Fotoausrüstung:
- 2 Kameras ¹
- Ultraweitwinkel ¹
- Weitwinkel ¹
- Standardzoom ¹
- Canon 50mm ¹
- Canon 100mm ¹
- Sonstiges:
Die mit ¹ gekennzeichneten Links sind Affiliate Links (mehr dazu hier).