Meine Top 6 Fotospots in Venedig

Als ich das erste Mal im Jahr 2019 nach Venedig gereist bin, verbrachte ich dort nur einige Stunden und einen Sonnenuntergang, bevor es wieder zurück ins Hotel nach Jesolo ging, von wo ich in der Früh aufgebrochen war. Ich erinnere mich noch heute an diesen Moment, als ich mit dem Boot vom Festland in Richtung Venedig fuhr und schon von weitem die historischen Gebäude der Stadt sah, umweht von salziger Meeresluft.
Nach all den Jahren beschloss ich nun, Venedig erneut einen Besuch abzustatten, dieses Mal jedoch nicht nur für ein paar Stunden, sondern für 2,5 Tage. Und selbst das ist für eine Stadt wie Venedig eigentlich schon fast zu wenig, besonders als Fotograf, der jeden Ort am liebsten bei den besten Lichtverhältnissen festhalten möchte.
Zu der ohnehin kurzen Aufenthaltszeit kam hinzu, dass wir außerhalb von Venedig wohnten und ich mich daher nicht überwinden konnte, das wunderschöne Licht des Sonnenaufgangs auszunutzen.
In diesem Beitrag möchte ich euch dennoch einen Überblick über die für mich schönsten Fotospots in Venedig geben, die ich während dieser kurzen Zeit entdecken durfte. Natürlich war es mir nicht möglich, alle sehenswerten Orte zu besuchen oder sie unter optimalen Lichtbedingungen festzuhalten aber vielleicht findet ihr hier dennoch Inspiration für eure eigene Reise. Für die Planung habe ich übrigens diesen Foto-Reiseführer ¹ genutzt, der mir bei der Auswahl der Fotospots sehr geholfen hat.
Ein Hinweis noch: Alle Angaben zu den verwendeten Brennweiten beziehen sich auf meine APS-C-Kamera ¹ und sind die tatsächlichen Brennweiten – es wurde nichts auf Vollformat umgerechnet.
1. Markusplatz
Dieser weitläufige Platz mit dem imposanten Markusdom, dem Campanile, dem Dogenpalast und den eleganten Arkadengängen bietet unzählige Perspektiven und Kompositionen. So dass man hier problemlos einiges an Zeit verbringen kann, um diesen wunderschönen Platz aus allen Winkeln abzulichten.
Einen besonderen Klassiker, den Markusplatz bei Sonnenaufgang, ließ ich mir aber leider entgehen. Im Nachhinein betrachtet wäre das sicher ein besonderer Moment gewesen. Denn tagsüber ist dieser Touristen-Hotspot völlig überlaufen, während es in den frühen Morgenstunden vermutlich noch angenehm ruhig ist.
Ich habe am Abend meines Besuchs den gesamten Markusplatz mit meinem Ultraweitwinkel-Objektiv aufgenommen und dabei die Spiegelungen im Wasser genutzt, das sich kurz zuvor durch einen Regenschauer angesammelt hatte.
Zwei Tage später habe ich mich dann kurz vor Sonnenuntergang in luftige Höhen auf den Markusturm begeben, um Venedig von oben festgehalten. Zum Glück hatte ich nicht den Timeslot gebucht, der gezielt für den Sonnenuntergang beworben wurde, sondern einen etwas Früheren. Denn genau zu dieser Zeit blieb der Aufzug stecken, und die Besucher des Sonnenuntergangs-Slots konnten die Aussicht erst genießen, als die Sonne bereits untergegangen war.
Da ich oben auf der Aussichtsplattform keinerlei Hinweis von den Angestellten erhielt, dass ich den Turm wieder verlassen müsse, wäre mein Tipp nicht unbedingt den letzten Lift zu buchen und am besten sichert ihr euch euer Ticket vorab online. So spart ihr euch das Anstellen in der Warteschlange und seit dadurch sicher zum gewünschten Zeitpunkt hoch über Venedig. Je nach Jahreszeit kann es jedoch zeitlich eng werden mit dem Sonnenuntergang, denn laut Website schließt der Turm offiziell um 21:15 Uhr. Wie viel früher man ihn tatsächlich verlassen muss, weiß ich aber leider nicht. Tickets könnt ihr am besten hier kaufen.
An diesem Spot habe ich hauptsächlich mit meinem Weitwinkel ¹ und Ultraweitwinkel ¹ an meiner an meiner APS-C-Kamera ¹ gearbeitet, jedoch auch einzelne Gebäude mit meinem 50mm Objektiv ¹ fotografiert.
2. Ponte dell’Accademia/Canal Grande
Einer der bekanntesten Fotospots in Venedig ist die Ponte dell’Accademia, von der aus man einen traumhaften Blick über den Canal Grande bis hin zur Basilika Santa Maria della Salute hat. Dieser Ausblick gehört für viele zu den absoluten Klassikern und ist entsprechend beliebt, man sollte also damit rechnen, dass man dort nicht allein mit der Kamera unterwegs ist.
Trotz des regen Andrangs war es für mich jedoch problemlos möglich, mein Stativ aufzustellen und sowohl einen Timelapse als auch mehrere Langzeitbelichtungen aufzunehmen. Besonders nach Sonnenuntergang, wenn die Boote den Canal Grande entlangfahren, entstehen dabei stimmungsvolle Lichtspuren, die dem Bild eine besondere Dynamik verleihen.
An diesem Spot habe ich ausschließlich mit meinem Standardzoom Objektiv ¹ an meiner APS-C-Kamera ¹ gearbeitet.
3. Ponte dei Pugni
Ein eher weniger bekannter Spot ist die Ponte dei Pugni. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die umliegenden Häuser sowie auf die Chiesa dei Carmini mit ihrem markanten Campanile. Ich war am Abend dort, nach dem Sonnenuntergang und sogar noch nach der blauen Stunde, als die Lichter der Stadt für eine ganz besondere Atmosphäre sorgten. Im Vergleich zu den großen Touristenmagneten wie dem Markusplatz oder der Ponte dell’Accademia geht es hier deutlich ruhiger zu, was das Fotografieren sehr angenehm macht. Wer etwas abseits der bekannten Routen unterwegs ist, findet hier einen charmanten Platz, um die Stimmung Venedigs in Bildern festzuhalten.
An diesem Spot habe ich ausschließlich mit meinem Standardzoom Objektiv ¹ an meiner APS-C-Kamera ¹ gearbeitet.
4. Trinita Water Taxi Pier
Der Trinità Water Taxi Pier ist ein eher unscheinbarer, aber fotografisch sehr spannender Spot. Von hier aus hat man einen hervorragenden Blick auf die Basilika Santa Maria della Salute, besonders zum Sonnenuntergang entfaltet sich eine wunderschöne Szenerie.
Ich war selbst am Abend dort und habe den Sonnenuntergang fotografiert. Ein Stativ habe ich bewusst nicht verwendet, da der Steg immer wieder von Wassertaxis angefahren wird und man deshalb schnell Platz machen muss. Gerade das Arbeiten aus der Hand macht den Spot jedoch flexibel, und mit etwas Geduld lassen sich hier trotzdem sehr stimmungsvolle Aufnahmen machen.
An diesem Spot habe ich alle Fotos mit meinem Ultraweitwinkel¹ an meiner APS-C-Kamera ¹ aufgenommen, dass ich dabei überwiegend mit sehr kurzer Brennweite eingesetzt habe.
5. Burano
Auch wenn es streng genommen nicht mehr direkt zu Venedig gehört, ist Burano mit seinen bunten Häusern definitiv einen Besuch wert. Ich war zum Sonnenuntergang dort, hatte jedoch aufgrund des wolkenlosen Himmels kein besonders spektakuläres Abendrot.
Trotz der längeren Anreise hat sich der Ausflug absolut gelohnt. Die farbenfrohen Fassaden besitzen einen ganz eigenen Charme und bieten unzählige Fotomotive. Vor allem die Spiegelungen im Wasser eröffnen immer wieder spannende Kompositionen, bei denen sich Farben und Formen auf besondere Weise verdoppeln und miteinander spielen. Gerade in den ruhigeren Momenten entsteht hier eine ganz eigene, fast schon malerische Atmosphäre.
Auch an diesem Spot kann man praktisch alle möglichen Brennweiten einsetzen, ich habe jedoch alle Fotos mit meinem Weitwinkel ¹ an meiner APS-C-Kamera ¹ aufgenommen.
6. Campiello Remer
Die Rialtobrücke kann man von vielen Seiten aus fotografieren. Ich habe mich dazu entschieden, die bekannte Brücke vom ruhigeren Campiello Remer aus zu fotografieren. Von hier hat man eine etwas entspanntere Perspektive abseits des großen Trubels direkt an der Brücke und kann die Rialto in einem ruhigeren Umfeld in Szene setzen. Es ist zudem der einzige Spot, den ich kenne, von dem aus sich die gesamte Rialtobrücke so gut ablichten lässt.
An diesem Spot habe ich alle Fotos mit meinem 50mm Objektiv ¹ an meiner APS-C-Kamera ¹ aufgenommen.
Fazit:
Venedig hat mich auch beim zweiten Besuch wieder daran erinnert, wie einzigartig diese Stadt ist, voller unzählbarer fotografischer Möglichkeiten und spannender Fotospots. Trotz der kurzen Zeit und mancher verpasster Gelegenheit habe ich viele besondere Momente festhalten können. Hoffentlich helfen euch diese Fotospots dabei, eure eigene Reise nach Venedig zu planen und eure eigenen Motive zu finden.
Oft hört man, dass Venedig „viel zu überlaufen“ sei und ja, an bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Markusplatz oder der Ponte dell’Accademia stimmt das definitiv. Dort drängen sich zu fast jeder Tageszeit Menschen aus aller Welt. Doch sobald man nur ein paar Gassen weitergeht oder sich für weniger bekannte Fotospots entscheidet, zeigt sich eine ganz andere Seite der Stadt: ruhiger und ideal zum Fotografieren. Genau dort entstehen oft die schönsten Bilder, weil man sich Zeit lassen und die Stimmung wirklich einfangen kann.
Am Ende zählt nicht, jeden Ort perfekt zu fotografieren, sondern die Freude, die man dabei empfindet und die findet man in Venedig sowohl mitten im Trubel als auch in den stillen Ecken, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.
Das war in Venedig in meinem Fotorucksack:
- Fotoausrüstung:
- 2 Kameras ¹
- Ultraweitwinkel ¹
- Weitwinkel ¹
- Standardzoom ¹
- Canon 50mm ¹
- Canon 100mm ¹
- Sonstiges:
Die mit ¹ gekennzeichneten Links sind Affiliate Links (mehr dazu hier).
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